Optimierung der Effizienz bei Gebäuden, die an Kältenetze angebunden sind.
Mit einem Urbanisierungsgrad, der weltweit bis 2050 voraussichtlich etwa zwei Drittel der Bevölkerung erreichen wird, stellen Fernkältenetze einen effizienten und nachhaltigen Ansatz für dicht besiedelte Gebiete dar.

Wie funktionieren Fernkältenetze?
Als Teil der thermischen Netzinfrastruktur unterscheiden sich Fernkältenetze grundlegend von herkömmlichen Klimaanlagen, die auf einzelnen Geräten in jedem Gebäude basieren. Durch die Nutzung von Skaleneffekten ermöglichen sie eine effiziente und zuverlässige Kälteversorgung ganzer Stadtteile. Im Vergleich zu konventionellen Kühlmethoden kann der Energieverbrauch erheblich gesenkt werden, was sie zu einer zentralen Säule nachhaltiger urbaner Entwicklung macht.

Primärseite
Die Primärseite von Fernkältenetzen innerhalb thermischer Netze umfasst die zentrale Erzeugungsanlage sowie die Infrastruktur zur Produktion und Verteilung des gekühlten Wassers.
Entlang des Verteilnetzes sorgen Pumpstationen dafür, dass Durchfluss und Druck aufrechterhalten werden, um eine effiziente Versorgung aller angeschlossenen Gebäude zu gewährleisten.

Sekundärseite
Die Sekundärseite der Fernkältenetze betrifft die einzelnen Gebäude, die über das thermische Netz mit gekühltem Wasser versorgt werden. In jedem Gebäude sind Wärmetauscher installiert, die das Wasser aus dem Fernkältenetz aufnehmen.
Die Kunden bezahlen für das Volumen des gelieferten gekühlten Wassers. Zusätzliche Gebühren können anfallen, wenn das zurückgeführte Wasser nicht der vertraglich festgelegten Temperatur entspricht – ein Phänomen, das als Low-Delta-T-Syndrom bekannt ist und auf einen ineffizienten Wärmeaustausch zurückzuführen ist.
Das Low-Delta-T-Syndrom ist ein häufiges Problem in Gebäuden und kann insbesondere in urbanen Fernkältenetzen erhebliche negative Auswirkungen haben.

Das Low-Delta-T-Syndrom beschreibt einen Zustand, bei dem der Temperaturunterschied (ΔT) zwischen Vorlauf und Rücklauf in einem Kalt- oder Warmwassersystem deutlich geringer ist als in der Planung vorgesehen.
Dieses Phänomen kann zu einer verminderten Systemeffizienz, einem erhöhten Energieverbrauch sowie zu unzureichendem thermischem Komfort für die Gebäudenutzer führen.
Wenn Sie das Low-Delta-T-Syndrom beheben, profitieren Sie von folgenden Vorteilen:
Verbesserte Energieeffizienz und Kostensenkung
Wird das geplante Delta-T erreicht, arbeitet das System wie vorgesehen und minimiert Energieverluste durch suboptimale Betriebsbedingungen. Zudem hilft dies, nationale Vorschriften einzuhalten, potenzielle Strafen zu vermeiden und einen verantwortungsvollen Betrieb sicherzustellen.
Verbesserte Kühl- oder Heizleistung
HLK-Geräte wie Lüftungszentralen oder Gebläsekonvektoren können die gewünschte Kühl- oder Heizleistung effizienter erbringen. Die Nutzer profitieren dadurch von konstanten und angenehmen Innentemperaturen im gesamten Gebäude.
Verlängerung der Lebensdauer der Anlagen
Wenn Kühler und andere Systemkomponenten unter optimalen Bedingungen betrieben werden, sind sie über die Zeit geringeren Belastungen und weniger Verschleiss ausgesetzt. Dies reduziert die Ausfallwahrscheinlichkeit, verlängert die Wartungsintervalle und erhöht die Lebensdauer des gesamten Kühlsystems.


